© elfchenhöhle wegweiser music blogroll ?

aus dem gedächtnis skizziert

Ich: "Manchmal habe ich das Gefühl, mein emotionales Gedächtnis ist besser als das anderer."
Row: "Wer sagt eigentlich, dass Du die einzige bist, bei der Gefühle zurückbleiben?"
Ich: "Ich."
Row: "Und wenn die anderen einfach nur besser damit klar kommen, bzw. besser ihren Frieden damit schließen können?"
Ich: "Aber dann scheint ja nicht besonders viel übrig geblieben zu sein. Oder?"
Row: "Hat es mit der Menge an Gefühlen zu tun, wie gut jemand mit ihnen umgehen / sie akzeptieren kann?"
7.2.12 23:52


26

Anrufe von J., der mich seit unserem Techtmechtel vor 10 Jahren jedes Jahr anruft, auch wenn wir sonst keinen Kontakt halten. Von Kami, der nichts dagegen hätte, wenn ich Luke mitbringen würde, wenn der Wolf, dessen Freundin und ich ihn und seine neue Freundin im Sommer besuchen kommen. Von Row, natürlich. Von Nom und seiner Freundin, von Loca, meinen Eltern. Und liebe Nachrichten von anderen tollen Menschen (die es zum Glück meist unterlassen haben, mich um die Uhrzeit anzurufen, zu der sie geschrieben haben).

Ich hätte total Lust, 10-15 Jahre zurück zu reisen und mein Ich zu treffen. Einfach nur, um mich zu beruhigen. Weil alles gut wird. (Vielleicht werde ich ja doch langsam erwachsen.)
7.2.12 23:43


(kommentarfunktion kaputt? text speichern vorm abschicken. und/oder eben mailen. drecksmyblog.)
7.2.12 23:19


Wahrscheinlich Geburtstagsblues, morgen ist es mal wieder so weit...
6.2.12 20:04


Emobahn

Samstag betrunken worden und mit den beiden Mädels noch in die Disco. Kara hat mal wieder ihren berüchtigten "polnischen Abgang" gemacht und sich in Luft aufgelöst... und ich habe später zum Glück auch gut nach Hause gefunden, auch wenn mir der Fahrradweg irgendwie schmaler als sonst vorkam. Irgendwann, noch recht am Anfang des Abends hatte ich für Kara die Story mit Row umrissen, aber nur kurz.

Am nächsten Morgen fiel mir panisch ein, dass ich in irgendeinem Moment in der Disco daran dachte, Row zu schreiben. Ich erinnere mich sogar noch daran, dass ich es im Kopf bereits ausformuliert hatte und schaute überall nach (sms, whatsapp, mail?), aber ich hatte es dann wohl doch vergessen. Aber der Gedanke kneifte mich schon seit Wochen, ach was, Monate. Ansprechen, nicht ansprechen? Wieder weit von mir schieben?

"Puh. Hab mich grade daran erinnert, dass ich Dir gestern betrunken schreiben wollte. Hab es wohl doch nicht gemacht, wie praktisch :D"
"Schade eigentlich", schrieb er mit einem Zwinkersmiley zurück.
"Nein nein, besser so ^^"
"Dann kann es nur ein Kompliment gewesen sein... hihi. Aber schön, dass Du mal wieder betrunken warst."
"Mein betrunkenes alter Ego hatte irgendwie das Vorhaben, den Kontakt abzubrechen. Weil es den Gedanken nicht ertrug, dass Du mit der Bitch enger befreundet bist als mit ihm. Weiß auch gar nicht, in welchem Zusammenhang ich dazu kam, eigentlich war ich den ganzen Abend fröhlich beschäftigt.
Als Kompliment wäre das nur um ein paar Ecken zu verstehen >.<"

(...)

"Mich fuchst das schon eine ganze Weile. Sie war damals "wichtiger" und wenn sie es heute noch ist... vielleicht ist das ne Egosache, aber ich ertrag das nicht."

Er forderte mich auf, ihn anzurufen, ich grummelte, er ließ mir die Entscheidung offen und dann rief ich ihn an. Er lachte, "ich wusste, Du würdest anrufen."

Und: Warum ich es denn nicht längst getan hätte. - Was? - Den Kontakt abzubrechen. - Will ich doch gar nicht. Ich will bloß nicht, dass sie wichtiger ist. Der Gedanke daran ist unerträglich.
Er zögerte, "ich könnte Deine Zweifel mit einem Satz aus der Welt wischen. Aber ich weiß nicht, das wäre so plakativ."
Ich schwieg.
"Du kennst mich.", schob er nach.
Und ich dachte, das ist ein bisschen wahr. Eigentlich weiß ich, dass ich wichtiger bin. (Weiß ich das?) Aber trotzdem nagte der Zweifel, ich wollte Sicherheit, klare und deutliche Worte. Wir sind jetzt Freunde, nicht mehr in einer Beziehung, ich sollte nicht mehr so fürchterlich Angst davor haben, ihn durch eine falsche Bewegung von mir zu verlieren ("Verlustangst musst Du wegen mir nicht haben"). Wollte ich grade nur ein bisschen Emo-Action? Was ist eigentlich zur Zeit mit mir los? Ich habe einfach so fürchterliches Heimweh nach Menschen. Ich will Gegenseitigkeit. Ich mag nicht alleine mit dem Gefühl der Verbundenheit sein.

Und dann kam der Satz. Klar und deutlich.

"Ich hatte und habe mich ihr nie so verbunden gefühlt wie mit Dir." (Ich wiederhole in meinem Kopf: ) Mit mir ist eine Verbindung da, die er mit ihr nie hatte.

Erleichterung. Ich versuchte, mit möglichst normaler Stimme "danke" zu sagen und ich musste ganz langsam Luft holen, um wieder Fassung zu gewinnen. Jetzt nicht anfangen zu heulen. Warum hatte ich überhaupt gezweifelt?
6.2.12 20:00


Sozialisation

Zur Zeit komme ich abends aus dem Bad, mache das große Licht aus, das Nachtlicht an, dann ziehe ich mich um und mir schleicht ein fordernder Q um die Beine, bis ich ins Bett stolpere und er neben mich springt. Gutenachtkraulen bis ich oder er einschlafen.
Mein Bett ist derzeit auf 90cm eingestellt. Morgens wache ich zwischen zwei Katern eingebettet auf. Q liegt oft immer noch unverändert neben mir unter der Bettdecke, mit seinem Kopf auf dem Kissen. Manchmal Löffelchen, manchmal Rücken an Rücken zu mir. Auf der anderen Seite, auf der Decke eingerollt, manchmal auch am Fußende, liegt Louba.

Ich verstehe die alten Katzendamen. Wer braucht schon Menschen?
____

Spaß beiseite, ich sozialisiere mich langsam. Ich hab mich in den letzten Monaten ein paar Mal überwunden, zu einem Neuinderstadt-Stammtisch zu gehen und auch ein paar nette Menschen kennen gelernt. Alle bisschen älter, auf den ersten Blick kein "Freunde-Material", aber besonders einer dieser Abende hat mich aus dem gröbsten wieder herausgeholt. An dem lernte ich auch Flint (mitte dreißig, Informatiker, Fantasy-Film-Fest-Gänger) kennen, mit dem ich seitdem alle zwei Wochen montags in die Sneak gehe und Ende des Monats wohl auch mal ins Improtheater. Und Sonntag bin ich bei einem Piraten zusammen mit anderen vom Stammtisch privat zum Essen eingeladen worden. Mit den Nerds kann ich eben immer noch am Besten. (Kein Wunder, sind irgendwie meistens auch die freundlichsten und lustigsten Menschen.)

Parallel dazu hab ich mich langsam (zwar mit Anlaufschwierigkeiten, aber immerhin) mit einer Kommilitonin angefreundet, die einen ganzen Rattenschwanz merkwürdiger Geschichten hinter sich her zieht und mich von ihrer Art manchmal an Billy erinnert. Fremde Probleme find ich toll, da braucht man keine Soap mehr. Außerdem kann ich die besser lösen als meine eigenen. Wir ergänzen uns bisher ganz gut - ich helf Kara beim Sortieren ihres Privatlebens und sie gibt mir seelische & moralische Unterstützung, wenn ich mal wieder über mich und die Uni Frust schiebe.

Dazu kommt, dass es zwar schweinearschkalt ist mit Minus-Zweistellig-Grad, aber endlich die Sonne in Bamberg scheint.

Bamberg und ich, wir beschnuppern uns immer noch, aber ich bin guter Dinge.
4.2.12 01:39


Update

Unfähig gewesen, auf die Klausur heute adäquat zu lernen und mich krank schreiben lassen. Immerhin gleich die Überweisung zum Therapeuten mitgenommen und endlich geschafft, diesen Anruf zu tätigen: Am 16.02. hab ich einen Termin in Nürnberg, bei einem der wenigen, der sich mit Erwachsenen-ADS auskennt. Wollte es eigentlich nicht so zum Thema machen, aber ich packs grade einfach nicht mehr alleine.
30.1.12 18:09


Manchmal fühle ich mich nicht, manchmal schläft mein Ich hinterm linken Ohr und der Rest des Körpers ist auf Autopilot.

Ich bin mich selbst so müde.
30.1.12 00:57


Wenn mir jemand eine tolle Singstimme für nur ein einziges Lied leihen würde, ich würde wohl "Rolling in the deep" von Adele wählen.
29.1.12 02:07


Exfreundekabinett

Vor ein paar Wochen plötzlich ein Photo von Karmi auf FB. Er sieht gut aus, grinst strahlend in die Kamera - zum Glück mit zwei Kollegen, nicht seiner Neuen. Er sieht auf Bildern selten so aus, meistens zieht er eine Fratze. Ein kurzer Schlag ins Gesicht und die Erinnerung, wie es war mit ihm zusammen zu sein. Ich mochte die Stabilität, die Ruhe, das Gefühl, nun erwachsen werden zu können.

Ich hab vor kurzem angefangen, Photos an der Wand und auf meinem Schrank aufzukleben. Loca, Maya, Luke, Nom, der Wolf und zwei (beim Aufräumen und Bücher neu in das Regal sortieren gefundene) von Row. Es sollen noch mehr Bilder werden, ich muss allerdings erst noch auswählen und ausdrucken.
Von meinem Bett aus habe ich eine gute Sicht auf den Schrank und anfangs bin ich dann an Row hängen geblieben, an Photos von ihm, die noch vor unserer ersten Begegnung entstanden sind. Er fehlt mir. Ich war so vernarrt in ihn. Der beste Ratgeber, fast wie ein Blindenhund, der Menschen allein anhand meiner Beschreibung einschätzen und manchmal erklären konnte. Selbst sehe ich so wenig und lese das meiste nur von den Lippen ab. Ich mochte den klaren, durchdringenden Blick von ihm und die sprechenden Augen, auch wenn ich ihn nicht immer verstand. Er sieht mich, und selten kann ich etwas vor ihm verbergen. Er fühlte sich so vertraut an, so ebenbürtig, wie aus dem selben Holz eines Baumes.

Heute dann wieder auf FB, diesmal Tim, mein erster. Er grinst seitlich aus der Kamera. Er trägt eine Brille, von der ich nicht mal weiß, ob es seine ist, oder ob er sie zum Spaß aufgesetzt hat (Lippendeutung: letzteres). Weißt Du noch, frage ich mich, wie Du damals dachtest, ihr würdet irgendwann wieder zusammen kommen? (Wie es wohl wäre?) Wir haben viel zu wenig Kontakt, und wieder: Er fehlt mir.

Jetzt gehe ich also alle meine Exe mal durch und vermisse einen nach dem anderen... was für ein Gefühlszirkus. Erst dachte ich, "ach Du spinnst doch". Dann fühlte ich mich plötzlich alt, mit soviel Geschichte und Erinnerungen.

Es ist vielleicht eine seltsame Form von Heimweh. Womöglich gar nicht nach den Menschen selbst (da es sie, wie sie in meiner Erinnerung existieren, gar nicht mehr gibt), vielleicht eher nach einer vergangenen Zeit, oder nach einem Teil von mir selbst oder nach einem inneren Gefühl.
12.1.12 23:33


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