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Dune

Ich hatte noch nie eine solche Beziehung zu einem anderen Menschen. Zum ersten Mal verstehe ich den Begriff der "Hassliebe" und wünsche diese Erfahrung niemandem. Die größte Frage, die ich mir seit Monaten stelle: Warum mache ich das mit? Ist mir in meinem Leben tatsächlich so langweilig, dass ich dem ein ständiges Drama vorziehe? Es gab so viele Momente, in denen ich hätte gehen können, vielleicht auch sollen, und immer fühlte es sich an, als wären wir noch nicht "fertig".

Dune ist heißkalt und wirft mir Launenhaftigkeit vor, weil ich auf seine Temperaturen reagiere. Er selbst sei ja völlig im Zen. Ich sei es, welche die Achterbahn reinbringe. Alles was ich zur Verteidigung vorbringe, wirft er kindisch auf mich zurück, wie im Spiel "Spiegel, Doppelspiegel!". Er hat (meiner Ansicht nach) psychotische Schübe und phatasiert Welten zusammen, in denen andere ihm Böses wollen, er paranoid wird und ich fünf andere Männer neben ihm habe. In klaren Momenten ist ihm völlig bewusst, dass es nur Phantasien sind. Während eines Schubes, der auch mal (wie heute morgen) um kurz nach 4 beginnt, bekomme ich all den Mist in seinem Kopf zu hören. Und dann wundert er sich, wenn ich nach 40min ihn still im Arm haltendend, geduldig abwartend und völlig übermüdet, mit meiner Decke aufspringe und ins Gästezimmer umziehe. Später wirft er mir dann vor, dass zu einem Streit ja immer 2 Personen gehören würden und ich meinen Teil dazu beigetragen hätte. Durch Flucht? Ach fuck you. Fuck you. Fuck you.

Ich habe gegenüber eines Menschen noch nie so oft Fuck you gedacht und dieses Fuck you aus vollem Herzen gespürt. Was mich zur Frage zurück bringt: Warum tue ich mir das an?

Dune hat verschiedene Persona:
Einen arroganten Möchtegernalpha, der die Welt retten möchte, der fest an seinen Glaubenssätzen festhält (z.B. dass alle, die ihm diese Persona vorwerfen, später ankommen würden, dass er "Recht" gehabt hätte) und der bei mir innerlich auf Widerstand stößt (was vor allem beim Sex problematisch ist, da ich vor "solchen Männern" eine große Ablehnung verspüre).
Ein Ich, dass sehr redebedürftig viel und schnell spricht und einen mit seinen Interessen zuspamt (Bitcoin, Weltretten), so wie man sich einen klassischen ADHSler vorstellen würde.
Sein inneres Kind ist in der Vergangenheit sehr verletzt worden und weckt bei mir einen starken Beschützerinstinkt. Ich glaube, die Persona ist dann auch die, die mich immer wieder bleiben lässt. Ich möchte nicht ein weiterer Mensch sein, der es verlässt (obwohl seine erste Persona es verdammt noch mal verdient hätte).
Dann ist da noch sein Ich, wenn er Drogen konsumiert hat: glücklich und ausgeglichen, unparanoid, klar, etwas ruhiger und sehr liebevoll. Obwohl sich alles bei mir dagegen sträubt und ich nicht dachte, mit über 30 noch mit "solchen" Menschen zu tun zu haben, ist es mir die liebste Persona. Wie traurig es ist, jemandes Drogen-Ich zu bevorzugen?

Jetzt ist wieder ein Punkt erreicht, an dem ich gehen könnte. Ich will, aber ich kann nicht.
12.8.17 16:17
 


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