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Gegen das Vergessen

Mir ist aufgefallen, an wie wenig ich mich erinnern kann und wie gerne ich hier meine Vergangenheit nachlese. Seit ich nicht mehr schreibe, sind es in meinen Gedanken "die verlorenen Jahre": Zeitspannen, die nur noch grobe Schlagwörter in meiner Erinnerung oder sogar ganz vergessen sind. Ich fange also wieder an und versuche noch ein bisschen von dem letzten Jahr Handynotizen (leider nicht wirklich stringent und ein bisschen chaotisch) in meine Erinnerungskiste zu retten (siehe nachträgliche Einträge seit März 2017).

Jetzt schon merke ich, nach fast einem Jahr, wie ich langsam die Dinge zu vergessen drohe. Es bleiben nur noch Fetzen übrig: Ich, weinend am Badewannenrand. Das kaputt getretene Fußende des Bettes. Seine traurigen Augen, die mich immer wieder zur Schuldigen gemacht haben. Er musste ja so handeln, ich habe ihn dazu gebracht. Man macht sich immer kleiner, unauffälliger, passt sich an, läuft auf Eierschalen, bloß nichts falsches sagen, bloß bei Laune halten. Damit es schön bleibt. Weil es so unglaublich schön war, wenn es schön war. Aber es hielt nie lange.

->Rückblick
Ich hatte mir innerlich die Deadline meines Urlaubes im September 2017 gesetzt, danach wollte ich frei sein, den Kopf frei bekommen, wieder zu mir zurück finden. Ich habe es dann tatsächlich bis zum äußersten Ende durchgestanden, ihn noch auf dem Weg zum Flughafen zum Bahnhof gebracht und mit Tränen in den Augen verabschiedet. Er hatte sich so sehr nach Zuhause angefühlt, und ich hatte eine fürchterliche Sehnsucht nach einem Zuhause, aber er war es nicht. Wie kann sich jemand so falsches so verdammt richtig anfühlen?
Ein knappes halbes Jahr ging die ganze Beziehung, die mich emotional völlig kaputt gemacht hat und immer noch nachwirkt. Dune hatte eine manipulative Art, der ich nicht widerstehen konnte, obwohl ich sie sah. Er meinte mal, ich würde ihm irgendwann dankbar sein für all das, was er mir angetan hat, so wie alle seine Ex, irgendwann würde ich es verstehen. Es ist jetzt bald ein Jahr und ich versteh's nicht. Was ich dafür zum ersten Mal verstehe, sind abusive relationships, in denen die Frau nicht gehen kann, oder immer wieder kommt. Been there, done that. Thanks, but no thanks.

Wir haben den Kontakt größtenteils abgebrochen, hin und wieder gibt es einen kurzen Austausch und bei mir flammt immer wieder ein starkes Vermissen auf, aber es hält nie lange. Dann schreibt er nämlich wieder was abstruses, lacht wie ein Irrer in die Sprachnachricht, phantasiert Scheiß herbei und das ganze fühlt sich an wie eine heiße Kartoffel und ich lasse wieder los. Tief durchatmen. Ich darf Heimweh nicht mit ihm verwechseln.

Ich habe nach unserem Ende auf Kreta die ersten drei Tage in der Hängematte bei 30° Grad im Schatten gelegen, ein ganzes Buch gelesen und Serien geschaut, weil ich so erledigt war, so lebensmüde, so erschöpft. Ich habe es nicht einmal die 400m ans Meer geschafft.
31.8.18 22:12
 


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