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Mainz

Einen Freund aus Bamberger Zeit zum ersten Mal besucht und mich erinnert, wie Leben und Freundschaften sein können. Es gab so viele Klick-Momente, auch mit seiner Freundin (zu der ich bisher wenig Bezug hatte), wie gut wir passen. Mikadostäbchen, Schokorosinen und Pombären im Kino. Ich fühlte mich seltsam angenommen. Wir liefen durch die Stadt und es fiel mehr als einmal der Satz, "und wenn Du im Sommer mal da bist, dann...".

Irgendwann lagen wir zu dritt netflixend auf der Couch und er meinte, "gib mal Deine Füße her". Ich glaube, ich hatte schon lange nicht mehr so starke gemischte Gefühle (riechen meine Socken? what? Oh ja bitte! But why?) wie in diesem Moment... Sie nickte auffordernd, das würden sie beim Film gucken immer so machen. Und so kam es, dass er meine Füße massierte, meine Beine quer über seiner Freundin liegend. (So wird man also Teil vom Pärchengrooming?)

Das seltsamste Kompliment seit langem hab ich auch bekommen. Er meinte, ich würde ihnen gut tun, da ich genau zwischen den beiden stehen würde, also mit beiden gleich gut könnte. (Das hat natürlich auch dazu geführt, dass einen indirekt angebotenen Dreier ablehnen musste. Und ich find sie zwar super, aber befreundet bin ich mit ihm, ich hab nicht mal ihre Nummer.) Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube ich bin - neben seiner Freundin, die zuvor 10 Jahre lang seine beste Freundin war - vielleicht auch einfach seine einzige Freundin und die anderen Freundinnen sind eher "ihre"?

Ich hab es ihm etwas übel genommen, als er mich Samstagabend mit seiner Freundin und deren bester Freundin auf einmal alleine gelassen hatte, da er sich wohl angewöhnt hatte, ihnen "Mädelszeit" zu geben und ich gehörte plötzlich dazu. Ich wäre lieber mit ihm geflüchtet.

Später in der Bar, zu der er bereits vorgegangen war, bin ich (ein bisschen aus Trotz, ein bisschen aus Unsicherheit) an den Mädels hängen geblieben, es wurde auch ziemlich lustig, betrunken und wir tanzten. Irgendwann saß ich dann mit ihm alleine an der Bar, trank noch mehr, und wir redeten über Kinder (er liebt sie, aber hatte Zweifel dass sie eine gute Mutter sein könnte, weil sie zu egoistisch wäre... bis er sie vor kurzem mit dem Baby von Freunden gesehen hatte, was erklärt, warum er das Foto von ihr mit dem Baby als das schönste Bild von ihr bezeichnete, weil er sie zum ersten Mal als Mutter sehen konnte), ihre Streitthemen, dass er ein Kontroll- und Ordnungsfreak wäre, Fremdgehen und warum er das niemals könnte, obwohl er wollte, selbst wenn er dürfte (und erklärte das auf seine Weise mit Konstruktivismus, vermutlich ohne zu wissen was das überhaupt ist und ich war zu betrunken, ihm das zu erklären), Knutschen (mir rutschte raus, dass seine Freundin definitiv jemand wäre, mit dem ich knutschen würde, ich hatte einen lange nicht mehr erlebten Grad an betrunkener Knutschlust, trenne Rumknutschen aber komplett von Sex). Irgendwann verabschiedeten wir uns auf die Couch Zuhause, ich bekam einen Laberflash, an den ich mich eher schlecht erinnere und mich deshalb heute noch ungewiss schlecht fühle (hab ich irgendwas doofes gesagt? hoffentlich nicht geflirtet oder meine Knutschlust anmerken lassen). Er kommentierte jedenfalls, dass ich dringend wieder einen Partner bräuchte. Yeah, I am not good alone. Dann kam seine Freundin heim und wir fielen alle in unsere jeweiligen Betten.

Als ich am Sonntag meine Tasche zusammenräumte, kam er ins Gästebüro und fragte, "wie, Du packst - ich dachte, Du ziehst hier ein?"

Stunden später stand ich wieder in meiner eigenen Wohnung, alleine auf dem Dorf und mir wurde der Kontrast bewusster den je: Ich habe keine aktive Barszene direkt nebenan, kenne nicht jeden DJ und Barkeeper, hab keine großen Freundesstrukturen vor Ort, mache keine lustigen gemeinsamen Gruppenurlaube ohne Kinder, war nicht letztes Wochenende auf einer WG Party, bei der plötzlich der Klodeckel verschwand und an seltsamer Stelle wieder auftauchte, ich habe kein eingespieltes Miteinander, endlose Insider und Running Gags und niemanden, der mir den Kopf krault... was mache ich eigentlich hier?

Ich liebe meinen Job, aber bisher stand er immer über allem und ich frage mich, ob das gut für mich ist. (Ob ich nächstes Jahr mit ihnen und anderen Freunden für 10 Tage mit nach Montenegro kommen möchte, so im Juli oder August? - Geht nicht, ich hab mein ganzes Jahr bereits um meine beruflichen Termine und die Abwesenheiten meiner Kolleg*innen herum planen müssen.)
26.11.18 22:43
 


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